Vita – Andrea Schacht über sich selbst

Foto: © Barbara Frommann-Czernik

Geboren wurde ich in Schleswig-Holstein, aufgewachsen bin ich im Westerwald, habe in Koblenz Werkstofftechnik und in Bielefeld Betriebswirtschaft studiert und war anschließend viele Jahre im industriellen Großanlagenbau in Frankfurt und Hanau tätig. 1992 jedoch entschied ich mich, einem langgehegten Traum nachzugeben und mich künftig nur noch dem Schreiben zu widmen.

Angefangen hatte alles mit einer Katze.

Während eines Urlaubs machte ich nämlich Bekanntschaft mit einem schwarzen Hotelkater, der jeden Morgen und jeden Abend in einsamer Majestät durch die langen Flure patrouillierte. Meine Phantasie begann sich daran zu entzünden, und während der müßigen Stunden am Meer wurde meine Sehnsucht übermächtig, diese Geschichten endlich einmal aufzuschreiben.

Schon der erste Roman (Der Tag mit Tiger, 1994) wurde veröffentlicht, und das machte mir Mut, mich an weiteren Geschichten zu versuchen. Es folgten weitere Romane und einige Sachbücher, und schließlich begann ich, in die Vergangenheit abzutauchen.

Hier traf ich zunächst auf Almut, die spitzzüngige Begine und den verbitterten Pater Ivo, die es mir leicht machten, mich im Köln des 14. Jahrhunderts zurecht zu finden. Der erste Roman der Serie Der dunkle Spiegel erschien 2003.

Die Beschäftigung mit vergangenen Zeiten aber hatte mich damit vollends gepackt, und ich unternahm einige Ausflüge in die Antike und in das 19. Jahrhundert. Gerade letzteres fesselte mich ungemein, denn hier entdeckte ich die Wurzeln zu vielen unserer heutigen technischen Errungenschaften – die Ingenieurin kann ich eben nicht leugnen. Es bereitete mir großes Vergnügen, in die menschlichen Schicksale meiner Helden einzuweben, wie beispielsweise die Tafelschokolade (Göttertrank, 2008) ihren Siegeszug antrat oder gemusterte Stoffe (Goldbrokat, 2009) für jedermann zugänglich wurden.

Aber auch das Mittelalter hat seine Faszination nicht verloren, und nachdem mein erstes Heldenpaar Almut und Ivo ihre Geschichte zu Ende erzählt hatten, wollten ihre Kinder Alyss und Marian die ihre berichten (Gebiete sanfte Herrin mir, 2009).

Doch neben all den menschlichen Helden habe ich nie vergessen, wem ich den ersten Anstoß zum Schreiben zu verdanken habe.

Und darum lasse ich mir immer wieder auch Geschichten von meinen Katzen einflüstern, in denen diese wundervollen Tiere die Hauptrolle spielen.

Andrea Schacht